đŸŒ€ïž Cumuli, Kaltluft und Kampfgeist – Auftakt der neuen BBSW

Die Bad Breisiger Segelflugwoche startet in ihre nĂ€chste Runde – und mit ihr kehren Flugzeuge, Wohnwagen, Wetterdiskussionen und leicht optimistische Thermikprognosen zurĂŒck auf die Mönchsheide.

Dieses Jahr sogar mit doppelter Schreibkraft:
Babette versorgt euch wieder mit den aktuellen, sachlichen Wettbewerbsinfos – und ich, Vanessa (ja, diesmal mit roten Haaren), kĂŒmmere mich am Tagesende erneut um die etwas
 emotionaleren Zusammenfassungen. Mit frischem Stil, leichtem Wettertrauma und viel Liebe zum fliegerischen Wahnsinn. ✈

đŸ›©ïž 19 Teams, 19 Flugzeuge und ein Himmel voller Möglichkeiten
Insgesamt gehen dieses Jahr 22 Teams an den Start – wobei am heutigen ersten Wertungstag zunĂ€chst „nur“ 19 Flugzeuge im Grid standen.

Die Verteilung:

  • 7 Flugzeuge in der Offenen Klasse
  • 6 Flugzeuge in der Club-/Standardklasse
  • 6 Doppelsitzer
  • darunter stolze 7 Eigenstarter, die heute immerhin den charmanten Vorteil hatten, notfalls selbst nach Hause zu kommen.

FĂŒr den Schleppbetrieb standen bereit:

  • die legendĂ€re D-EGRU – besser bekannt als JĂŒrgens aka „KĂ€pt’n Remos“ Job 15
  • und die D-MYBR, eine Breezer CR mit ordentlich Motivation hinterm Propeller.

đŸŒŠïž Wetterlage: Vielversprechend. Zumindest kurzzeitig.
Meteorologisch begann der Tag eigentlich ziemlich ordentlich.
Innerhalb eines Troges stabilisierte sich die thermisch ausgesprochen gute Kaltluft zwischen einem Tief ĂŒber der Nordsee und einem weiteren ĂŒber Tschechien.

Und tatsÀchlich ging zunÀchst auch einiges:

  • 12:00 Uhr: 3–4/8 Cumuli bei 1200 m – Thermik gut
  • 14:30 Uhr: 2–4/8 Cumuli bei 2000 m – Thermik sogar sehr gut

Die Luft arbeitete sauber, die Schlepps liefen, und zeitweise sah das Ganze tatsÀchlich nach einem richtig starken Wettbewerbstag aus.

Doch wie so oft auf der Mönchsheide kam irgendwann der Moment, an dem das Wetter offenbar beschloss, selbst mitfliegen zu wollen.

Ab dem spĂ€ten Nachmittag schoben sich aus Nordwesten zunehmend TCu-Felder herein: 17:30 Uhr: 3–5/8 TCu bei 1900 m.

  • dazu Nordwestwind mit bis zu 25 kt Böen
  • Temperaturen in der Höhe um den Gefrierpunkt
  • QNH 1003, langsam steigend

Die Thermik blieb zwar aktiv, wurde aber zunehmend ruppig, zerrissen und unangenehm selektiv.
Oder anders formuliert:
Manche fanden den Bart ihres Lebens – andere fanden hauptsĂ€chlich Gegenwind und Charakterbildung.

đŸŽ™ïž AltbewĂ€hrtes Wettbewerbsteam – oder: Die MĂ€nner hinter dem Wahnsinn
Auch organisatorisch setzt die BBSW weiterhin auf absolute RoutinekrÀfte:

  • Hans-Georg alias „Bömmel“ wacht erneut als Startleiter ĂŒber Grid, Startreihenfolge und allgemeines Bodenchaos
  • Andy entwirft wieder Aufgaben, die auf dem Papier herrlich aussehen und in der Luft gelegentlich Charaktertests werden
  • Andi kĂŒmmert sich wie gewohnt um die Auswertung – und entscheidet damit regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Freude, Frust und Strafpunkte in Zentimeterhöhe
  • und Bernd, der wetterkundige Mann zwischen Thermikhoffnung und TCu-Warnung, analysiert erneut alles, was irgendwie fliegt, zieht oder regnet

Kurz gesagt:
Die Besetzung bleibt dieselbe – und genau deshalb fĂŒhlt sich die BBSW direkt wieder wie Zuhause an.

đŸ—ș Die Aufgaben – ambitioniert wie immer
NatĂŒrlich hatte man sich vorher nicht lumpen lassen. FĂŒr alle Klassen standen großzĂŒgige AAT-Aufgaben mit vier Wendepunkten bereit.

🟩 Club-/Standardklasse
Mönchsheide – Bad MĂŒnstereifel – Waxweiler – Freilingen – Loreley – Mönchsheide
⏱ 3h 30min
📏 166,5 km – 463,5 km (optimal 311,1 km)

đŸŸ„ Offene Klasse
Mönchsheide – Burg Satzvey – Waxweiler – Mengerskirchen – Burg Pfalzgrafenstein – Mönchsheide
⏱ 3h 30min
📏 219,4 km – 513,7 km (optimal 362,0 km)

🟹 Doppelsitzerklasse
Mönchsheide – Bad MĂŒnstereifel – PrĂŒm – Mengerskirchen – Burg Pfalzgrafenstein – Mönchsheide
⏱ 3h
📏 190,0 km – 480,0 km (optimal 330,3 km)

Startrichtung: 28.
Stimmung: optimistisch.
Wetterentwicklung: zunehmend kreativ.

🏆 Trotz allem: Geflogen wurde ordentlich. Und zwar teilweise richtig schnell.

🟩 Club-/Standardklasse
đŸ„‡ FH – Nils Kiefer

99,83 km/h | 359,26 km | 1.000 Punkte

đŸ„ˆ YYY – Tim Hannappel
73,08 km/h | 266,72 km | 850 Punkte

đŸ„‰ LX – Benjamin Heibel
65,05 km/h | 227,67 km | 778 Punkte

Vor allem Nils Kiefer zeigte eindrucksvoll, dass man auch bei anspruchsvoller Wetterentwicklung noch ziemlich kompromisslos Strecke machen kann.

🟹 Doppelsitzerklasse
đŸ„‡ MO – Wartha & Lauer

110,83 km/h | 334,19 km | 909 Punkte

đŸ„ˆ 33 – Everwin & Dauer
102,75 km/h | 308,26 km | 908 Punkte

und damit vermutlich der bitterste Punktverlust des Tages:
43 m zu tief am Zielkreis = 43 Strafpunkte.
Das tut weh. Wirklich weh.

đŸ„‰ ST – Bieckmann & Mende
105,48 km/h | 325,69 km | 898 Punkte

Zwischen Platz 1 und Platz 3 lagen gerade einmal 11 Punkte – also ungefĂ€hr ein schlecht gesetzter Kreis oder ein etwas zu optimistischer Endanflug.

đŸŸ„ Offene Klasse
đŸ„‡ PE – Philipp Ehrhardt
110,74 km/h | 402,22 km | 1.000 Punkte
Und damit direkt zum Auftakt die Maximalpunktzahl.
Oder anders gesagt:
WĂ€hrend andere noch ĂŒber WolkenabstĂ€nde, Windstaffelungen und ThermikanschlĂŒsse philosophierten, hat Nils die Aufgabe einfach konsequent abgearbeitet wie ein Mann mit persönlichem Vertrag zur AtmosphĂ€re – das ist keine gemĂŒtliche AAT mehr, das ist fliegerische Ansage.

đŸ„ˆ OF – Roloff & Kleinblotekamp
105,27 km/h | 407,41 km | 951 Punkte

đŸ„‰ PX – Karsten Stoppe
104,27 km/h | 368,12 km | 899 Punkte

Die Offene Klasse machte ihrem Namen alle Ehre:
schnell, weit und teilweise ziemlich kompromisslos.

hier geht‘s zum Soaring Spot

đŸŒŸ NatĂŒrlich blieb auch dieser Tag nicht ganz ohne Ackerromantik
Zwei Außenlandungen gab es ebenfalls:

  • einmal klassisch auf dem Acker
  • einmal auf der Binz.

Also quasi die zwei Standardoptionen eines ambitionierten Wettbewerbstages:
„Landwirtschaft oder Gastflugplatz.“

đŸ» Fazit des Tages
Die neue BBSW ist offiziell eröffnet – mit allem, was dazugehört:
ThermikansĂ€tzen, Wetterdrama, motivierten Teams, diskutierten Prognosen und der leisen Erkenntnis, dass zwischen „sehr gute Thermik“ im Briefing und „warum sinke ich hier?“ manchmal nur 20 Minuten liegen.

Aber:
Die Stimmung ist hervorragend.
Die ersten Sieger stehen fest.
Die Cocktailabende laufen.
Und irgendwo da draußen wartet bestimmt schon die nĂ€chste WetterlĂŒcke. ✹

eure Vanessa