☁️ Joghurtbecher, Wetterfrust und Würfelthermik – Neutralisation auf Mönchsheide-Art

Auch der heutige Wettbewerbstag begann – wie es sich für eine ordentliche BBSW gehört – in der allseits bekannten Briefinghalle.
Dort, wo Wetterberichte mittlerweile emotionaler verfolgt werden als Fußballfinale und wo jeder einzelne Sonnenstrahl kritisch hinterfragt wird wie ein verdächtiger Bart im Endanflug.

🍺 Bier für die Sieger – und Respekt für Jahn
Zunächst wurden die Erstplatzierten des Vortages traditionell mit einem Sixpack Bier beglückwünscht.
Denn wahre Anerkennung misst man auf der Mönchsheide bekanntlich nicht in Pokalen, sondern in Gerstensaft.

Besonders bemerkenswert dabei:

🥇 Jahn Loth holte sich mit seinem Ventus 2cxM 18m trotz Wiederstart und anfänglicher Motorprobleme den Tagessieg.

Der Fehler? Eine gesprungene Sicherung.

Oder anders formuliert: der einzige ernsthafte Gegner des Ventus war offenbar die Bordelektrik.

🪜 Die große Trittleiter-Joghurtbecher-Affäre
Noch bevor Bernd überhaupt seine Wetterkarten ausrollen konnte, meldete sich Andi mit zwei wichtigen Anliegen:

  1. Es gibt noch BBSW-T-Shirts abzuholen.
  2. Er sucht die kleine Trittleiter, die er vor zwei Wochen gekauft hatte.

Daraufhin kam aus der Runde sofort Marios trockener Kommentar:

„Im Tausch gegen Joghurtbecher!“

Großes Gelächter.
Moment… was für ein Joghurtbecher?

Nun: bereits am Vortag hatte Bömmel verkündet, dass im Sani ein herrenloser Joghurtbecher zurückgelassen wurde. Mit der klaren Ergänzung:

„Also meiner ist das nicht. Ich ess keine Joghurts.“

Heute stand der Becher übrigens immer noch dort.
Mittlerweile genießt er vermutlich Bestandsschutz und wird intern schon als neues Navigationsmerkmal geführt.

🌦️ Bernd eröffnet das Wetter… poetisch
Unser Wetterguru Bernd ließ sich davon natürlich inspirieren und eröffnete seinen Wetterbericht stilecht mit:

„Bömmel hat Joghurtbecher, Andi hat T-Shirts – ich hab das Wetter.“

Leider hatte er damit gleichzeitig auch die schlechtesten Nachrichten des Tages. Denn über Bad Breisig lag heute eine zähe, vielschichtige Bewölkung mit feuchtkühler Luftmasse.
Von Nordrhein-Westfalen bis weit Richtung Mitte Deutschlands dominierten dichte Wolkenfelder, kaum Sonneneinstrahlung und immer wieder feuchte Luft aus westlichen Richtungen. Die Folge:

  • kaum Einstrahlung
  • keine vernünftige Thermikentwicklung
  • viel grauer Himmel
  • und eine Atmosphäre, die ungefähr so motiviert wirkte wie ein Segelflieger bei Dauerregen am Wohnwagenfenster.

Selbst die optimistischsten Piloten mussten irgendwann akzeptieren:
Heute steigt maximal die Luftfeuchtigkeit.

🚫 Alle Klassen neutralisiert
Das ohnehin bereits auf 11 Uhr verschobene Briefing war damit relativ schnell beendet: Neutralisierung des 4. Wettbewerbstages.

Kurz. Schmerzlos. Meteorologisch unerquicklich.

Wobei Bernd direkt versuchte, die Stimmung nicht komplett in den Sinkflug zu schicken:

„Man muss situativ handeln.“

Ein Satz, der in der Segelfliegerei ungefähr alles bedeuten kann zwischen:
„Mittwoch wird großartig“ und „Pack vorsichtshalber schon mal die Gummistiefel aus.“

Immerhin: ab Mittwoch soll das Wetter besser werden.
Die Modelle zeigen Hoffnung auf die ersehnte Blauthermik – also jenes magische Wetterphänomen, bei dem der Himmel aussieht, als würde überhaupt nichts gehen… und dann plötzlich alles trägt wie von Zauberhand.

Oder eben auch nicht. Auch das gehört zur Romantik des Segelflugs.

✈️ Ganz ohne Flugbetrieb ging’s dann aber doch nicht
Auch wenn der Wettbewerbstag neutralisiert wurde, blieb die Mönchsheide nicht komplett still. Die D-EGRU erhob sich im Laufe des Tages einige Male in den Himmel und sorgte zumindest für ein kleines bisschen vertrautes Motorengeräusch über dem Platz.

Denn seien wir ehrlich: ein Flugplatz ohne fliegende D-EGRU fühlt sich ungefähr so falsch an wie ein Briefing ohne Wetterdiskussion.

Außerdem hatte sich zwischen all den Wolken und Wetterkarten sogar ein UL auf den Platz verirrt. Ob bewusst oder eher meteorologisch orientierungslos, ließ sich nicht abschließend klären. Aber immerhin: für ein paar Minuten sah es dadurch fast wieder nach richtigem Flugbetrieb aus.

🍷 Weinwanderung statt Wendepunkte?
Für einen womöglich weiteren neutralisierten Tag – besonders Dienstag – brachte Bernd bereits vorsichtig eine Alternative ins Gespräch: Eine Weinwanderung. Denn wenn die Atmosphäre keine Aufwinde liefert, muss der Flüssigkeitshaushalt eben anderweitig optimiert werden.

🥣 Theorieunterricht mit Suppenkelle
Damit die Wettbewerbsrunde nicht vollständig in den meteorologischen Leerlauf verfällt, gab es bereits eine Vorschau auf die Organisation des Abschlussessens. Mario erklärte der versammelten Runde äußerst engagiert das Portionssystem – inklusive praktischer Visualisierung mit einer großen Suppenkelle. Sein Fazit:

„Um satt zu werden, braucht ihr zwei Suppenkellen!“

Selten wurde Essenslogistik mit so viel Ernsthaftigkeit präsentiert.

🎲 Wenn draußen fast keiner fliegt, wird drinnen gewürfelt
Und so löste sich das kurze Briefing auf und jeder suchte sich seinen persönlichen Zeitvertreib. Besonders beliebt: Brettspiele in der angenehm warmen Gaststätte. Das Highlight: „Prelet Cross Country Gliding“ – ein Würfelspiel rund ums Segelfliegen.

Dabei zeigte sich schnell: auch analog kann Segelfliegen maximal frustrierend sein. Vor allem dann, wenn man zweimal hintereinander außenlandet und wieder von vorne anfangen darf. Also eigentlich erstaunlich realitätsnah.

Andere vertrieben sich die Zeit:

  • mit netten Gesprächen
  • mit Theoriepauken für die PPL
  • oder mit dem meditativen Studium der Wetterkarten in der Hoffnung, irgendwo doch noch eine verirrte Thermikblase zu entdecken.

🪜 Das Rätsel der wiederaufgetauchten Trittleiter
Zwischendurch tauchte übrigens auch die vermisste Trittleiter wieder auf. Standort: bei Gholam in der Gaststätte.

Die Erklärung: gestern wurde im Eingangsbereich die Deckenlampe repariert – danach hatte schlicht niemand die Leiter zurückgebracht.

Andis Kommentar zur Wiederauffindung: „Vollwürste.“

Kurz. Klar. Vermutlich berechtigt.

🌭 Ruhiger Abend statt Wettbewerbstrubel
Auch beim Abendessen merkte man deutlich: neutralisierte Tage fühlen sich anders an. Die Reihen waren deutlich leerer als an Wertungstagen. Trotzdem schmeckte es in kleiner Runde hervorragend: Bratkartoffeln, Bockwurst und – für die gesundheitsbewussteren Exemplare – sogar Gemüse.

Die Bar blieb heute ebenfalls geschlossen. Begründung von Andi:

„Heute ist Sonntag!“

Und irgendwie akzeptierte das jeder sofort, als hätte die Wettbewerbsleitung persönlich ein Ruhegesetz erlassen.

✨ Fazit des Tages
Auch ohne einen einzigen Start zeigte die BBSW heute wieder ihre besondere Stärke:
Man braucht nicht zwingend Thermik, um Geschichten zu produzieren. Manchmal reichen dafür:

  • ein herrenloser Joghurtbecher
  • eine wiederaufgetauchte Trittleiter
  • ein Brettspiel mit Außenlandungen
  • zwei Suppenkellen als Portionsmaß
  • und ein Wetterbericht, der poetischer war als die eigentliche Wetterlage.

Und irgendwo zwischen Wolkendecke, Würfelspiel und Bratkartoffeln blieb sie trotzdem erhalten:
die Hoffnung auf den nächsten fliegbaren Himmel über der Mönchsheide. ✈️

eure Vanessa