☁️ Favorable? Défavorable! – Zwischen Wetterhoffnung und Vicky-Rundflug

Der heutige Tag begann tatsächlich mit etwas, das auf der Mönchsheide mittlerweile beinahe als seltenes Naturphänomen gilt:

Hoffnung.

Denn gegen 9 Uhr morgens erschien auf den Handys der Teilnehmer eine Nachricht von Andi, die zunächst beinahe euphorisch klang:

„Wir sehen heute WIRKLICH eine Lücke.“

Und dieses „wirklich“ war sogar in Großbuchstaben geschrieben.
Man konnte förmlich hören, wie im ganzen Fahrerlager gleichzeitig Rolladen hochgezogen und Wetterapps geöffnet wurden. Doch direkt im nächsten Satz schlich sich bereits wieder diese typisch vorsichtige Wettbewerbsrealität ein:

„…wird weiter beobachtet.“

Und so wurde das Briefing – wie inzwischen fast traditionell – erneut auf 11 Uhr verschoben.

☕ Der Latte-Macchiato-Becher bleibt weiterhin Bestandteil des Briefings
Beim Betreten der Briefinghalle bot sich erneut ein mittlerweile erstaunlich vertrautes Bild: der Latte-Macchiato-Becher stand immer noch auf dem Wettbewerbspult. Inzwischen stellt sich weniger die Frage, wem er gehört – sondern eher, ob er überhaupt jemals wieder entfernt wird.

Vielleicht entwickelt sich daraus einfach eine neue BBSW-Tradition.
Andere Wettbewerbe haben Wanderpokale.
Die Mönchsheide hat eben koffeinhaltige Tischdekoration.

🎬 Kabelkanal statt Fernbedienung
Bernd eröffnete den Tag erneut mit seiner inzwischen etablierten Beamer-Prozedur: Einschalten mittels „Leiste“. Wobei sich mittlerweile herausgestellt hat: diese ominöse Leiste ist schlicht ein Teil eines Kabelkanals.

Technisch fragwürdig. Aber offenbar effektiv.

🌦️ Wetterlage: Von Westdeutschland bis Frankreich eher… défavorable
Dann ging es zum Wetter.
Über Westdeutschland und bis weit nach Ostfrankreich hinein dominierten weiterhin feuchte Luftmassen, dichte Wolkenfelder und nur sehr eingeschränkte Sonneneinstrahlung.
Zwischen Frankreich, Benelux und Nordrhein-Westfalen zogen immer wieder Schauergebiete durch, während sich die wenigen Auflockerungen eher als dekorativ denn thermisch brauchbar erwiesen.

Die Folge:

  • kaum tragfähige Thermik
  • niedrige Wolkenbasen
  • feuchte Luft
  • und Segelflugbedingungen mit eher philosophischem Charakter.

Um den Unterhaltungswert der Wetterlage wenigstens etwas anzuheben, brachte Bernd diesmal französische Fachbegriffe mit ins Spiel: „favorable
und „défavorable“.

In französischen Wetterberichten beschreiben diese Begriffe nämlich nicht direkt das Wetter selbst, sondern wie geeignet die Wetterlage für bestimmte Aktivitäten ist.

Also:

  • favorable = günstig, geeignet, vielversprechend
  • défavorable = eher ungünstig, unerquicklich oder schlicht unerquicklich mit Stil

Besonders häufig wird das in Frankreich verwendet für:

  • Wassersport
  • Wandern
  • Freizeitaktivitäten
  • oder generell alles, was draußen mehr Spaß macht als unter einer Wolkendecke.

Und genau deshalb passte das heute so perfekt. Denn meteorologisch war die Lage zwar kompliziert – sprachlich klang sie dafür wenigstens elegant.

Die abschließende Bewertung des Tages lautete daher:

🇫🇷 défavorable.

Und selten klang ein französisches Wort gleichzeitig so stilvoll und so frustrierend.

👢 Sportleitung gegen Gummistiefel
Nach dem Wetter wollte Bernd an Andi zur Sportleitung übergeben. Allerdings schien Andi mit der Überleitung nicht vollständig zufrieden gewesen zu sein. Bernd konterte trocken:

„Wie soll man mit einem Sportleiter zusammenarbeiten, der Gummistiefel anhat?“

Eine berechtigte Frage. Wobei Gummistiefel auf der Mönchsheide inzwischen vermutlich genauso zur Wettbewerbsbekleidung gehören wie Funkgerät und Sonnenbrille.

🚫 Neutralisation. Wieder einmal.
Die morgendliche WhatsApp-Hoffnung löste sich damit ungefähr so schnell auf wie ein einzelner Cumulus im Regengebiet. Alle Klassen wurden neutralisiert. Und selbst Gholam meldete sich daraufhin mit organisatorischer Konsequenz zu Wort:

„Wie viele Leute wollen denn essen? Für 2–3 Leute koche ich nicht und neutralisiere auch.“

Zum Glück fanden sich deutlich mehr als 2–3 hungrige Menschen. Die Küche blieb also im Rennen.

✈️ Alternativprogramm: Stilvoll mit „Vicky“ unterwegs
Wenn schon kein Wettbewerb stattfindet, dann wenigstens stilvoller Flugbetrieb. Und so ging es heute mit der D-EKYV alias „Vicky“ auf Tagesausflug Richtung Arnsberg-Menden (EDLA).

Mit an Bord: Fabi, Vanessa und Tom.

Und ja: natürlich reiste man weiterhin lieber „ohne Stil mit der Piper“ als mit der Sackkarre vom Vortag.

🍽️ Landung mit Genussgarantie
Ziel des Ausflugs war das liebevoll gestaltete Restaurant „Ju52“ direkt am Flugplatz. Die Speisekarte ist zwar angenehm überschaubar, dafür aber ausgesprochen lecker.

Und preislich? Für heutige Verhältnisse fast schon favorable.

Besonders glücklich schätzen konnten sich Besitzer eines Landegutscheinhefts: durch die Teilnahme des Platzes entfiel die Landegebühr. Dazu kam echter Service: sogar die Betankung wurde direkt vom Platzwart übernommen.

Man könnte also sagen: in EDLA wurde man fast königlich empfangen.

🛫 Midfield Crossings statt Wertungsflüge
Der Rückflug entwickelte sich anschließend fast zum kleinen Airliner-Sightseeingprogramm.

Geflogen wurden unter anderem chronologisch:

  • Midfield Crossing Dortmund EDLW und Düsseldorf EDDL RWY 23R
  • Sightseeing am Kölner Dom
  • sowie auch ein Midfield Crossing in Köln/Bonn EDDK RWY 31R

Also immerhin: wenn schon keine Thermik, dann wenigstens ordentlich Luftfahrtromantik.

🧽 Zurück auf die Mönchsheide
Nach der Rückkehr ging es klassisch weiter: Flugzeug putzen, zusammensitzen und gute Gespräche auf Gholams Terrasse führen.

Und genau dort merkte man: die Vorfreude auf morgen ist plötzlich wieder deutlich größer.

Denn die Wetterprognosen sehen tatsächlich vielversprechend aus.
Mehr Sonne. Mehr Thermik. Mehr Hoffnung auf echte Wertungstage.

Oder wie man auf der Mönchsheide vermutlich sagen würde:

„Vielleicht diesmal wirklich favorable.“

🍹 Andis Bar öffnet wieder
Und als wäre das nicht schon genug Hoffnung für einen einzigen Tag, steht heute Abend auch Andi wieder hinter seiner Bar.

Das bedeutet:

  • laute Gespräche
  • fliegerische Heldengeschichten
  • Wetterdiskussionen
  • Cocktailgläser
  • und vermutlich erneut die Analyse, warum irgendwo anders in Deutschland natürlich wieder perfektes Segelflugwetter war.

Die BBSW lebt eben nicht nur vom Fliegen.
Sondern vor allem von den Geschichten dazwischen. ✈️

eure Vanessa