„Guten Morgen! Gridding ab sofort in der gewohnten Reihenfolge auf der 28, Briefing um 11 Uhr.“
So begann der heutige und gleichzeitig letzte Wettbewerbstag mit der inzwischen fast schon traditionellen WhatsApp-Nachricht unseres Sportleiters Andy.
Und irgendwie klang zwischen den Zeilen bereits dieses typische:
„Vielleicht geht was. Vielleicht aber auch nicht.“
Die Hoffnung stirbt auf der Mönchsheide bekanntlich zuletzt – meistens kurz nach dem Schnüffler.
👏 Dank an alle, die den Laden am Laufen halten
Zu Beginn des Briefings wurden zunächst die Schlepppiloten und die vielen Helfer am Start geehrt. Bömmel, in seiner Funktion als 1. Vorsitzender, bedankte sich ausdrücklich für die großartige Unterstützung während der gesamten Wettbewerbswoche.
Denn ohne die Schlepppiloten, die Helfer beim Grid, die Seilschlepper, die Flächenhalter und die insgesamt reibungslose Zusammenarbeit aller Teilnehmer würde das Ganze deutlich… schleppender laufen.
Oder wie Bömmel es treffend formulierte:
„Es würde viel schlechter von der Hand gehen.“
Und tatsächlich zeigte sich auch dieses Jahr wieder: so ein Wettbewerb lebt eben nicht nur von den Kilometern in der Luft, sondern vor allem von den vielen Händen am Boden.
Außerdem wurden noch die letzten organisatorischen Feinheiten für das gemeinsame Abschlussessen geklärt – schließlich will ein Abschlussabend logistisch fast genauso gut vorbereitet sein wie ein Racing Task.
🌀 Die Sicherheitshinweise waren… fast erfolgreich
Die Sicherheitshinweise vom Vortag hatten grundsätzlich Früchte getragen.
Allerdings offenbar leicht überreife.
Denn leider gab es beim gestrigen Start doch wieder sogenannte Geisterflieger, die zunächst in die falsche Drehrichtung einkurbelten. Glücklicherweise konnten die betreffenden Piloten über Funk noch rechtzeitig erreicht werden und ordneten sich schnell korrekt ein.
Man könnte also sagen: die Sicherheitskultur funktioniert. Manchmal eben mit kurzem Umweg.
🌤️ Wetter: viel Sonne, wenig Begeisterung
Startbereitschaft wurde zunächst auf 12 Uhr gesetzt.
Bernd präsentierte anschließend die Wetterlage:
Von Norden näherte sich eine schwache Kaltfront. Im nördlichen Wettbewerbsgebiet sorgte sie bereits für etwas stärker durchmischte Luftmassen, während im Süden noch die homogenere warme Luft des Vortages lag. Dazu kamen durchziehende Ci-Felder aus Südwesten.
Die Thermik: blau. Mäßig. Und leider nicht sonderlich motivierend. Thermikobergrenze etwa 1500 Meter.
Der Wind kam am Boden aus West-Nordwest mit 10 bis 15 Knoten, Böen bis 20 Knoten. In 1000 bis 1500 Metern wehte er aus 350° beziehungsweise 340° mit etwa 15 Knoten. Das QNH lag stabil bei 1030 hPa.
Kurz gesagt: das Wetter sah deutlich besser aus, als es tatsächlich war.
☕ Der Latte-Macchiato-Becher lebt
Nach dem Briefing kam Andy plötzlich mit beinahe stolz geschwellter Brust auf mich zu und zeigte mir ein Video. Darauf zu sehen: der legendäre Latte-Macchiato-Becher am Rand einer Mülltonne.
Ein Finger.
Ein kleiner Schnippser.
Und der Becher verschwand.
Entsetzen.
Kurz darauf fragte Mario in die Runde, ob jemand wüsste, wo der „Joghurtbecher“ geblieben sei. Nachdem ich ihm die tragische Geschichte geschildert hatte, machte er sich tatsächlich auf die Suche.
Und was soll man sagen: Mario fand den Becher wirklich wieder.
Irgendwo zwischen diversen Mülleimern wurde er gerettet und zurückgeführt.
Allerdings nicht einfach nur aus emotionalen Gründen.
Offenbar existierte bereits ein geheimer Verwendungszweck für den inzwischen legendären Becher.
Wofür genau? Nun… die Auflösung folgt vermutlich spätestens bei der Abschlussfeier.
Damit dürfte endgültig klar sein: dieser Becher hat mittlerweile mehr Geschichte als manche Wettbewerbsaufgabe dieser Woche. 😄
🌞 Hoffnung, Schatten und rosa Modeaccessoires
Nicht besonders zuversichtlich gingen die Teilnehmer anschließend Richtung Grid.
Um unnötiges Schleppen zu vermeiden, wurde zunächst ein Schnüffler losgeschickt – diesmal YYY. Doch leider dauerte es nicht lange, bis der Flieger bereits wieder zurückkam.
Startbereitschaft verschoben: 13:30 Uhr.
Die Zuversicht sank langsam. Die Frustration stieg.
Die Tragflächen der abgestellten Segelflugzeuge wurden inzwischen weniger als Fluggerät, sondern vielmehr als mobile Schattenspender genutzt.
Und natürlich setzte sich auch die Geschichte des kürzlich angeschafften Sonnenhuts fort.
Der Hut wurde vorsorglich extra in die Hand gedrückt.
Beim Umziehen von Badelatschen auf festes Schuhwerk blieb er dann… liegen.
Dafür kam erneut das inzwischen legendäre Fashion Statement zum Einsatz:
der rosa Haarturban als improvisierter Sonnenschutz.
Praktisch? Ja.
Elegant? Darüber gehen die Meinungen vermutlich auseinander.
✈️ Letzter Versuch – leider ohne Thermik
Ein drittes und letztlich letztes Mal wurde die Startbereitschaft verschoben. Diesmal auf 14 Uhr.
Statt eines weiteren Segelflug-Schnüfflers schickte man diesmal eine Schleppmaschine los, um die thermische Entwicklung zu überprüfen.
Die Hoffnung war da. Wenn auch vorsichtig.
Doch als der Pilot zurückkam, dauerte es nicht lange bis zur endgültigen Entscheidung:
❌ Neutralisation für alle Klassen.
Mangelnde Thermik. Keine faire Wettbewerbsgrundlage.
Und damit endete der letzte mögliche Wertungstag leider am Boden.
🍦 Eis statt Endanflug
Doch die Wettbewerbsleitung ließ die Stimmung nicht komplett absaufen.
Andys spontaner Vorschlag lautete:
„Dann eben Eis statt Segelfliegen.“
Und tatsächlich rollte gegen 16 Uhr ein Eiswagen auf den Platz und sorgte schlagartig für bessere Laune.
Manchmal braucht es eben keine funktionierende Thermik. Manchmal reichen auch zwei Kugeln Stracciatella.
🗺️ Die Aufgabe, die nicht geflogen wurde
Für alle, die sich dennoch für die geplante Aufgabenstellung interessieren: alle Klassen hätten heute dieselbe Assigned Area Task bekommen.
Mönchsheide – Elz – Naunheim Maifeld – AS Höhr-Grenzhausen – Mönchsheide
📏 110,96 km – 225,46 km
🎯 Optimal: 167,57 km
⏱️ Zeitlimit: 2 Stunden
Geflogen wurde sie am Ende zwar nicht.
Aber zumindest durfte sie einmal Briefingluft schnuppern.
🧳 Abrüsten, aufräumen und langsam Abschied nehmen
Nun ging es ans Abrüsten, Aufräumen und Kofferpacken.
Zwischen Anhängern, Werkzeugkisten und zusammengefalteten Flügelputztüchern entstanden überall noch kleine Gesprächsrunden.
Es wurde gelacht, Fachsimpelei betrieben, Geschichten erzählt und die Woche noch einmal gemeinsam Revue passiert.
Denn genau das bleibt am Ende oft am meisten hängen:
Nicht nur die Kilometer.
Sondern die Menschen, die Gespräche und die gemeinsamen Momente dazwischen.
Und während langsam alles für die Abschlussfeier um 19 Uhr vorbereitet wurde, merkte man doch bei vielen:
So eine BBSW geht irgendwie immer viel zu schnell vorbei. ✈️
eure Vanessa
