✈️ Zwischen Eiszeit, Sonnenbrand und Latte Macchiato – das war die 38. BBSW

Bevor wir zum großen Abschluss der diesjährigen BBSW kommen: Entschuldigt bitte den verspäteten Artikel – aber selbst nach einer Segelflugwoche holt einen das Arbeitsleben leider schneller wieder ein als jede Kaltfront. Und damit willkommen zum letzten offiziellen Bericht der 38. BBSW. 🔥 Ein Abend beginnt… vorsichtig brennend Bevor überhaupt die ersten Worte gesprochen wurden, musste zunächst die Vereinskerze bedächtig angezündet werden. Und irgendwie passte das perfekt zu dieser Wettbewerbswoche. Denn die diesjährige BBSW hatte wirklich alles im Angebot: von nächtlichen -7°C am frühen Morgen bis hin zu sommerlichen Temperaturen mit Sonnenbrandgefahr, Fischerhüten, rosa Haarturbanen und dehydrierten Segelfliegern im Grid. Oder anders gesagt: zwischen Eiszeit und Sonnencreme war dieses Jahr meteorologisch wirklich alles vertreten. ❤️ Ein riesiges Dankeschön Zu Beginn des offiziellen Teils wurde erst einmal Danke gesagt. Und zwar ausführlich. Gedankt wurde: der gesamten Wettbewerbsleitung Dorothee für das tägliche Frühstück am Morgen allen Helfern am Start und im Hintergrund auch den vielen Unterstützern außerhalb des Vereins Gholam für die täglichen gemeinsamen Abendessen Babett für die faktische Berichterstattung Andi, der gefühlt gleichzeitig Auswerter, Finanzminister und Barkeeper in Personalunion war und natürlich allen Familienmitgliedern, die diese intensive Zeit ebenfalls mitgetragen haben Besonders hervorgehoben wurde dabei ein Fakt, auf den wirklich alle stolz sein können: 👉 Der gesamte Wettbewerb verlief unfallfrei. Und genau das ist am Ende vermutlich die wichtigste Wertung überhaupt. 👕 Die Sache mit der Wettbewerbsbekleidung Humorvoll entschuldigten sich Andy und Bömmel anschließend dafür, die Siegerehrung nicht in der aktuellen BBSW-Kleidung zu präsentieren. Andys Erklärung: „Hab ich nur als Hoodie.“ Bei den Temperaturen der ersten Wettbewerbstage absolut nachvollziehbar. Bömmel ergänzte trocken: „Ja das wollt ihr nicht riechen.“ Und spätestens da war die Stimmung endgültig angekommen: locker, herzlich und herrlich Mönchsheide. 🛩️ Gemeinschaft statt Gegeneinander Besonders hervorgehoben wurde außerdem das beeindruckende Gemeinschaftsdenken während des gesamten Wettbewerbs. Denn trotz aller Wertungspunkte und Platzierungen wurde sich gegenseitig geholfen: über Funk wurden Bärte gemeldet, Steigwerte weitergegeben und Höhengewinne ermöglicht. Und genau das macht die BBSW eben aus: man fliegt gegeneinander – aber nie alleine. 🏛️ Worte des Bürgermeisters Auch der Bürgermeister richtete noch einige Worte an die Teilnehmer. Ein Satz blieb dabei besonders hängen: „Alle die dabei waren, haben gewonnen.“ Und ganz ehrlich:  nach dieser Woche fühlte sich das tatsächlich genauso an. 🏆 Die Gesamtsieger der 38. BBSW Dann wurde es ernst. Oder zumindest so ernst, wie es auf der Mönchsheide eben werden kann. Die Gesamtsieger standen fest. 🟦 Club-/Standardklasse 🥇 Tim Hannappel – YYYGlasflügel H301🏆 3.619 Punkte 🥈 Nils Kiefer – FHASW 24 WL🏆 3.357 Punkte 🥉 Philine Svoboda – WULS 4 neo🏆 2.575 Punkte 🟥 Offene Klasse 🥇 Philipp Ehrhardt – PEVentus 2cxM 18m🏆 4.490 Punkte 🥈 Roloff & Kleinblotekamp – OFDiscus 2cT 18m🏆 3.839 Punkte 🥉 Roswitha Ulrich – UAS 34 Me 18m🏆 3.425 Punkte 🟨 Doppelsitzerklasse 🥇 Wartha & Lauer – MOArcus M🏆 4.211 Punkte 🥈 Everwin & Dauer – 33fs 33🏆 3.911 Punkte 🥉 Köster & Depil – DTSHpH 304 TS Twin Shark🏆 3.589 Punkte Und dann passierte etwas herrlich Typisches: Tim hielt seinen Pokal beim Siegerfoto mit ausgestreckten Armen

✈️ Der Schnüffler wusste es zuerst

„Guten Morgen! Gridding ab sofort in der gewohnten Reihenfolge auf der 28, Briefing um 11 Uhr.“ So begann der heutige und gleichzeitig letzte Wettbewerbstag mit der inzwischen fast schon traditionellen WhatsApp-Nachricht unseres Sportleiters Andy. Und irgendwie klang zwischen den Zeilen bereits dieses typische: „Vielleicht geht was. Vielleicht aber auch nicht.“ Die Hoffnung stirbt auf der Mönchsheide bekanntlich zuletzt – meistens kurz nach dem Schnüffler. 👏 Dank an alle, die den Laden am Laufen halten Zu Beginn des Briefings wurden zunächst die Schlepppiloten und die vielen Helfer am Start geehrt. Bömmel, in seiner Funktion als 1. Vorsitzender, bedankte sich ausdrücklich für die großartige Unterstützung während der gesamten Wettbewerbswoche. Denn ohne die Schlepppiloten, die Helfer beim Grid, die Seilschlepper, die Flächenhalter und die insgesamt reibungslose Zusammenarbeit aller Teilnehmer würde das Ganze deutlich… schleppender laufen. Oder wie Bömmel es treffend formulierte: „Es würde viel schlechter von der Hand gehen.“ Und tatsächlich zeigte sich auch dieses Jahr wieder: so ein Wettbewerb lebt eben nicht nur von den Kilometern in der Luft, sondern vor allem von den vielen Händen am Boden. Außerdem wurden noch die letzten organisatorischen Feinheiten für das gemeinsame Abschlussessen geklärt – schließlich will ein Abschlussabend logistisch fast genauso gut vorbereitet sein wie ein Racing Task. 🌀 Die Sicherheitshinweise waren… fast erfolgreich Die Sicherheitshinweise vom Vortag hatten grundsätzlich Früchte getragen. Allerdings offenbar leicht überreife. Denn leider gab es beim gestrigen Start doch wieder sogenannte Geisterflieger, die zunächst in die falsche Drehrichtung einkurbelten. Glücklicherweise konnten die betreffenden Piloten über Funk noch rechtzeitig erreicht werden und ordneten sich schnell korrekt ein. Man könnte also sagen: die Sicherheitskultur funktioniert. Manchmal eben mit kurzem Umweg. 🌤️ Wetter: viel Sonne, wenig Begeisterung Startbereitschaft wurde zunächst auf 12 Uhr gesetzt. Bernd präsentierte anschließend die Wetterlage: Von Norden näherte sich eine schwache Kaltfront. Im nördlichen Wettbewerbsgebiet sorgte sie bereits für etwas stärker durchmischte Luftmassen, während im Süden noch die homogenere warme Luft des Vortages lag. Dazu kamen durchziehende Ci-Felder aus Südwesten. Die Thermik: blau. Mäßig. Und leider nicht sonderlich motivierend. Thermikobergrenze etwa 1500 Meter. Der Wind kam am Boden aus West-Nordwest mit 10 bis 15 Knoten, Böen bis 20 Knoten. In 1000 bis 1500 Metern wehte er aus 350° beziehungsweise 340° mit etwa 15 Knoten. Das QNH lag stabil bei 1030 hPa. Kurz gesagt: das Wetter sah deutlich besser aus, als es tatsächlich war. ☕ Der Latte-Macchiato-Becher lebt Nach dem Briefing kam Andy plötzlich mit beinahe stolz geschwellter Brust auf mich zu und zeigte mir ein Video. Darauf zu sehen: der legendäre Latte-Macchiato-Becher am Rand einer Mülltonne. Ein Finger. Ein kleiner Schnippser. Und der Becher verschwand. Entsetzen. Kurz darauf fragte Mario in die Runde, ob jemand wüsste, wo der „Joghurtbecher“ geblieben sei. Nachdem ich ihm die tragische Geschichte geschildert hatte, machte er sich tatsächlich auf die Suche. Und was soll man sagen: Mario fand den Becher wirklich wieder. Irgendwo zwischen diversen Mülleimern wurde er gerettet und zurückgeführt. Allerdings nicht einfach nur aus emotionalen Gründen. Offenbar existierte bereits ein geheimer Verwendungszweck für den inzwischen legendären Becher. Wofür genau? Nun… die Auflösung

🌀 Schönes Wetter heißt noch lange nicht einfaches Fliegen

Heute Morgen gab es erneut eine WhatsApp-Nachricht unseres Sportleiters Andy. Und wieder klang sie erstaunlich vielversprechend. Lange bevor das Briefing überhaupt um 10 Uhr begann, standen bereits die ersten Segelflugzeuge – erneut in Startrichtung 10 – geschniegelt im Grid. Spätestens da war klar: die Mönchsheide meint es heute wieder ernst. 🕊️ Ein stiller Moment für Gerd Noch bevor das eigentliche Briefing begann, wurde es in der Briefinghalle plötzlich ganz ruhig. In Gedenken und großem Respekt an im vergangenen Jahr verstorbenen Gerd Doepner wurde gemeinsam eine Schweigeminute gehalten. Gerd war viele Jahre – eigentlich Jahrzehnte – Teil des Wettbewerbsteams und gehörte für viele einfach fest zur BBSW dazu. Und irgendwie hatte man heute beim Blick nach oben fast das Gefühl, als würde er noch immer über den Platz schauen. Vielleicht mit verschränkten Armen am Himmel stehen, leicht grinsen und kontrollieren, ob unten auch alles ordentlich läuft. Oder ob wieder jemand ohne Sonnencreme ins Grid geht. ✈️ Die Sicherheitshinweise zeigen Wirkung Die sicherheitsrelevanten Hinweise vom Vortag scheinen übrigens hervorragend funktioniert zu haben. Es landete jeder mit ausgefahrenem Fahrwerk. Und auch Geisterkurbler im Bart blieben erfreulicherweise aus. Die Mönchsheide bewegt sich also weiterhin erfolgreich zwischen Wettbewerbsfliegen und kontrollierter Zivilisation. 😄 🌤️ Bernd meldet: Bilderbuchwetter mit kleiner Gemeinheit Bernd präsentierte anschließend eine Wetterlage, bei der vermutlich jeder Segelflieger innerlich sofort „endlich!“ dachte. Hochdruckeinfluss sorgte weiterhin für eine trockene und warme Luftmasse. Die letzten Ci-Felder in der Höhe lösten sich langsam wellenförmig auf und zogen Richtung Südosten ab. Darunter dominierte überwiegend Blauthermik mit maximal 1/8 Cu-Bewölkung zur Mittagszeit und mäßiger Thermik bis etwa 1900 Meter. Der Wind kam am Boden aus Südost mit etwa 5 bis 10 Knoten. In der Höhe zeigte sich sogar das meteorologische Lehrbuchbeispiel einer Rechtsdrehung des Windes: bis 1000 Meter aus 210°, bis 1500 Meter dann aus 260° mit etwa 5 Knoten. Bernd freute sich sichtbar darüber. Meteorologen lieben sowas vermutlich ähnlich sehr wie Segelflieger funktionierende Bärte. Das QNH blieb stabil bei 1029 hPa. Kurz gesagt: von unten sah das Wetter wunderschön aus. Von oben offenbar… anspruchsvoll. ☀️ UV-Strahlung, Fischerhüte und kreative Modeideen Durch die kaum vorhandene Bewölkung wurde erneut eindringlich vor Sonnenbrand gewarnt. Also wieder das übliche Bild auf der Mönchsheide: Fischerhüte, Sonnencreme, lange Kleidung und Menschen, die aussehen, als würden sie entweder segelfliegen oder eine Wüstenexpedition vorbereiten. Besonders ironisch: am vorletzten Tag wurde extra noch ein Sonnencappi gekauft, um den Kopf optimal zu schützen. Und was passiert? Natürlich wird es beim Helfen am Start in der prallen Sonne konsequent nicht getragen. Man könnte also sagen: die Schutzmaßnahme war meteorologisch hervorragend vorbereitet, operationell aber eher… ausbaufähig. Damit der Sonnenschutz heute aber trotzdem nicht komplett scheiterte, wurde kurzerhand ein rosa Haarturban zu einem improvisierten Sonnencappi umfunktioniert. Tom kommentierte das Ganze trocken mit: „Na das ist mal ein Fashion Statement – das hat Stil.“ Die Eigenwahrnehmung sah zwar eher nach „komplett bescheuert“ aus… aber funktional war es trotzdem. Und genau darum geht es auf Flugplätzen ja meistens. 🗺️ Eine Aufgabe für alle Heute bekamen tatsächlich alle Klassen dieselbe Aufgabe verpasst. Der einzige

☀️ Blauthermik, Bartdisziplin und der Latte-Macchiato-Becher lebt weiter

Der heutige Morgen begann erneut mit einer WhatsApp-Nachricht unseres Sportleiters Andy. Und erneut klang sie erstaunlich vielversprechend. Noch bevor das Briefing überhaupt um 10 Uhr begann, rollten bereits die ersten Segelflugzeuge ins Grid – diesmal ungewohnt in Startrichtung 10. Und spätestens da war klar: heute wird nicht lange diskutiert. Heute wird geflogen. ☕ Der Latte-Macchiato-Becher wird langsam Teil der Wettbewerbsleitung Vermisst ihr eigentlich den Latte-Macchiato-Becher? Keine Sorge. Er ist immer noch da. Diesmal stand er hinter dem Wettbewerbspult, fast so, als hätte er inzwischen offiziell einen festen Arbeitsplatz bekommen. Man munkelt bereits, er habe mehr Briefings miterlebt als einige Teilnehmer. Langsam stellt sich wirklich die Frage, ob der Becher am Ende der BBSW ebenfalls bei der Siegerehrung erwähnt wird. Vielleicht mit einer eigenen Kategorie: „Beständige Bodenpräsenz“. 🌭 Grillduell? Nicht auf der Mönchsheide Noch bevor das eigentliche Briefing losging, meldete sich Gholam mit den wirklich wichtigen Informationen des Tages: „Heute gibt’s Gegrilltes mit Beilagen.“ Zeitgleich plante auch die Wettbewerbsleitung ihr traditionelles gemeinsames Grillen mit langer Tafel. Kurzzeitig stand also die Gefahr eines kulinarischen Konkurrenzkampfes im Raum: Gholam gegen Wettbewerbsleitung. Grill gegen Grill. Salat gegen Salat. Doch ganz im Sinne der Mönchsheide wurde die Situation höchst diplomatisch gelöst: es wird einfach gemeinsam gegessen. Die einen mit Gholam-Bestellung. Die anderen mit Wettbewerbsleitungsteller. Und am Ende sitzen sowieso wieder alle zusammen am gleichen Tisch und diskutieren über Thermik, Endanflüge und Grillgut. 🌤️ Bernd meldet: favorable deluxe Dann ging es endlich ans Wetter. Bernd präsentierte heute eine Wetterlage, bei der man ihm die gute Laune regelrecht ansehen konnte. Hochdruckeinfluss sorgte mittlerweile für eine trockene und angenehm warme Luftmasse. In der Höhe zogen noch einige Ci-Felder Richtung Südosten ab, während zunächst Blauthermik dominierte. Im Laufe des Nachmittags entwickelten sich dann vereinzelte Cumuli bis etwa 2/8 Bedeckung – begleitet von guter Thermik. Oder anders gesagt: 🇫🇷 très favorable. Der Wind blieb angenehm moderat. Am Boden kam er aus Süd mit etwa 5 bis 10 Knoten, in höheren Lagen bis 1500 Meter aus 170 bis 180 Grad mit rund 10 Knoten und später weiter abschwächend. Das QNH lag mittlerweile bei 1030 hPa und blieb stabil. Kurz gesagt: Segelflugwetter zum Einrahmen. ☀️ Der wahre Endgegner: UV-Strahlung Durch die vergleichsweise geringe Bewölkung wurde allerdings auch eindringlich vor der Sonne gewarnt. Sonnencreme, Fischerhut und möglichst bedeckende Kleidung wurden dringend empfohlen. Und das durchaus berechtigt. Denn der ein oder andere Teilnehmer – darunter auch gewisse schreibende Personen (…ich) – durfte gestern bereits feststellen, dass UV-Strahlung erstaunlich effizient arbeitet. Man sieht morgens noch völlig normal aus… und abends plötzlich wie ein leicht überhitzter Windsack. ✈️ Fliegerische Erinnerungshilfen mit Augenzwinkern Zum Abschluss des Briefings wurden noch einige sicherheitsrelevante Themen angesprochen – natürlich wie immer im Interesse aller und in gewohnt lockerer Mönchsheide-Manier. Unter anderem ging es darum, das Fahrwerk vor der Landung wirklich auszufahren und beim Thermikkreisen möglichst nicht entgegengesetzt in bereits bestehende Kreise einzufliegen. Denn Überraschungen sind im Segelflug zwar grundsätzlich spannend… aber eher nicht im Endanflug oder mitten im Bart. Die Hinweise wurden dabei angenehm humorvoll vermittelt. Frei nach dem Motto: „Wir

🌤️ Favorable! – Die BBSW hebt endlich wieder richtig ab

Der heutige Morgen begann ungewohnt ruhig. Kein vibrierendes Handy, keine WhatsApp-Nachricht von Andi mit „wir beobachten weiter“, keine vorsichtige Wetterwarnung zwischen den Zeilen. Und genau deshalb wusste eigentlich jeder sofort: Heute ist wirklich Briefing um 10 Uhr. Schon das fühlte sich nach mehreren neutralisierten Tagen fast wie ein kleiner Wettbewerbssieg an. ☀️ Endlich wieder fliegbares Wetter Als die Teilnehmer nach und nach in der Briefinghalle eintrafen, wartete dort endlich das, worauf man die letzten Tage sehnsüchtig gehofft hatte: wirklich fliegbares Wetter. Bernd eröffnete den Wetterbericht heute erfreulich optimistisch. Zunehmender Hochdruckeinfluss verdrängte die feuchte Luft der vergangenen Tage langsam Richtung Osten. Statt grauer Wolkensuppe dominierte nun zunehmend trockene, durch Sonneneinstrahlung erwärmte Luft den Wettbewerbsraum. Oder wie Bernd vermutlich selbst sagen würde: 🇫🇷 favorable. Und zwar nicht dieses halbherzige „vielleicht-favorable“ der letzten Tage mit kleinen Hoffnungsfenstern zwischen zwei Schauern, sondern richtig favorable. Durchziehende Ci-Felder in der Höhe sorgten zwar zeitweise für etwas Struktur am Himmel, darunter entwickelten sich aber scattered Cumuli mit Wolkenuntergrenzen bis etwa 1900 Meter und erfreulich brauchbarer Thermik. Der Wind kam aus West bis Nordwest, in der Höhe mit rund 10 Knoten, dazu Böen bis 20 Knoten. Das QNH lag bereits bei stolzen 1029 und stieg weiter langsam an. Spätestens da merkte man in der Briefinghalle: heute wird nicht neutralisiert. Heute wird geflogen. 🧪 Kein Glykol notwendig – große Erleichterung Besonders wichtig war allerdings ein anderer Punkt. Die Temperatur lag bei etwa 7°C. Das bedeutete laut Bernd: „Kein Glykol für die Wasserbefüllung notwendig.“ Und selten hat ein Satz über Frostschutzmittel so viel Erleichterung ausgelöst. Denn sobald bei Segelfliegern über Glykol gesprochen wird, fühlt sich das Wasserballast-Befüllen plötzlich weniger nach Luftsport und mehr nach Chemieunterricht mit leicht erhöhter Explosionsgefahr an. Heute dagegen durfte einfach normales Wasser in die Flächen. Ganz unspektakulär. Manche wirkten beinahe enttäuscht, keine geheimnisvollen pinken Flüssigkeiten verwenden zu dürfen. 📸 Gruppenfotos in Erinnerung an Gerd Um 11:15 Uhr wurden schließlich alle Teilnehmer zu gemeinsamen Gruppenfotos aufgerufen. Die jeweiligen Klassen versammelten sich dafür vor der ASK 21 „Gerd“, liebevoll benannt in Erinnerung an Gerd selbst. Die Aufnahmen mit Kamera und Drohne sollen später ihren Platz auf den Urkunden finden. Die Stimmung war locker, herzlich und vor allem voller Vorfreude. Nach den letzten Tagen hatte man endlich wieder das Gefühl, dass die Mönchsheide tatsächlich ein Segelflugwettbewerb und nicht bloß ein meteorologisches Selbsthilfeprojekt ist. ✈️ Die Mönchsheide lebt wieder auf Startbereitschaft war bereits um 11:30 Uhr und plötzlich lebte der ganze Platz wieder richtig auf. Überall wurde mit angepackt. Helfer liefen an den Tragflächen mit, ausgeklinkte Seile wurden von der Bahn geholt, Schleppseile angeklinkt, Fallschirme festgezogen und irgendwo diskutierte garantiert schon wieder jemand über den „einen Bart“, der heute ganz sicher funktionieren würde. Wie immer zeigte sich dabei, dass ein Wettbewerb nur funktioniert, weil unglaublich viele Menschen im Hintergrund mithelfen. Und genau das macht die Atmosphäre auf der Mönchsheide so besonders. 🛩️ Die Schlepphelden des Tages Für den Schleppbetrieb standen heute bereit: D-EGRU – Job 15 mit Käpt’n Remo alias Jürgen am Steuer D-MYBR – Breezer mit Norbert vorne drin

☁️ Favorable? Défavorable! – Zwischen Wetterhoffnung und Vicky-Rundflug

Der heutige Tag begann tatsächlich mit etwas, das auf der Mönchsheide mittlerweile beinahe als seltenes Naturphänomen gilt: ✨ Hoffnung. Denn gegen 9 Uhr morgens erschien auf den Handys der Teilnehmer eine Nachricht von Andi, die zunächst beinahe euphorisch klang: „Wir sehen heute WIRKLICH eine Lücke.“ Und dieses „wirklich“ war sogar in Großbuchstaben geschrieben. Man konnte förmlich hören, wie im ganzen Fahrerlager gleichzeitig Rolladen hochgezogen und Wetterapps geöffnet wurden. Doch direkt im nächsten Satz schlich sich bereits wieder diese typisch vorsichtige Wettbewerbsrealität ein: „…wird weiter beobachtet.“ Und so wurde das Briefing – wie inzwischen fast traditionell – erneut auf 11 Uhr verschoben. ☕ Der Latte-Macchiato-Becher bleibt weiterhin Bestandteil des Briefings Beim Betreten der Briefinghalle bot sich erneut ein mittlerweile erstaunlich vertrautes Bild: der Latte-Macchiato-Becher stand immer noch auf dem Wettbewerbspult. Inzwischen stellt sich weniger die Frage, wem er gehört – sondern eher, ob er überhaupt jemals wieder entfernt wird. Vielleicht entwickelt sich daraus einfach eine neue BBSW-Tradition. Andere Wettbewerbe haben Wanderpokale. Die Mönchsheide hat eben koffeinhaltige Tischdekoration. 🎬 Kabelkanal statt Fernbedienung Bernd eröffnete den Tag erneut mit seiner inzwischen etablierten Beamer-Prozedur: Einschalten mittels „Leiste“. Wobei sich mittlerweile herausgestellt hat: diese ominöse Leiste ist schlicht ein Teil eines Kabelkanals. Technisch fragwürdig. Aber offenbar effektiv. 🌦️ Wetterlage: Von Westdeutschland bis Frankreich eher… défavorable Dann ging es zum Wetter. Über Westdeutschland und bis weit nach Ostfrankreich hinein dominierten weiterhin feuchte Luftmassen, dichte Wolkenfelder und nur sehr eingeschränkte Sonneneinstrahlung. Zwischen Frankreich, Benelux und Nordrhein-Westfalen zogen immer wieder Schauergebiete durch, während sich die wenigen Auflockerungen eher als dekorativ denn thermisch brauchbar erwiesen. Die Folge: kaum tragfähige Thermik niedrige Wolkenbasen feuchte Luft und Segelflugbedingungen mit eher philosophischem Charakter. Um den Unterhaltungswert der Wetterlage wenigstens etwas anzuheben, brachte Bernd diesmal französische Fachbegriffe mit ins Spiel: „favorable“ und „défavorable“. In französischen Wetterberichten beschreiben diese Begriffe nämlich nicht direkt das Wetter selbst, sondern wie geeignet die Wetterlage für bestimmte Aktivitäten ist. Also: favorable = günstig, geeignet, vielversprechend défavorable = eher ungünstig, unerquicklich oder schlicht unerquicklich mit Stil Besonders häufig wird das in Frankreich verwendet für: Wassersport Wandern Freizeitaktivitäten oder generell alles, was draußen mehr Spaß macht als unter einer Wolkendecke. Und genau deshalb passte das heute so perfekt. Denn meteorologisch war die Lage zwar kompliziert – sprachlich klang sie dafür wenigstens elegant. Die abschließende Bewertung des Tages lautete daher: 🇫🇷 défavorable. Und selten klang ein französisches Wort gleichzeitig so stilvoll und so frustrierend. 👢 Sportleitung gegen Gummistiefel Nach dem Wetter wollte Bernd an Andi zur Sportleitung übergeben. Allerdings schien Andi mit der Überleitung nicht vollständig zufrieden gewesen zu sein. Bernd konterte trocken: „Wie soll man mit einem Sportleiter zusammenarbeiten, der Gummistiefel anhat?“ Eine berechtigte Frage. Wobei Gummistiefel auf der Mönchsheide inzwischen vermutlich genauso zur Wettbewerbsbekleidung gehören wie Funkgerät und Sonnenbrille. 🚫 Neutralisation. Wieder einmal. Die morgendliche WhatsApp-Hoffnung löste sich damit ungefähr so schnell auf wie ein einzelner Cumulus im Regengebiet. Alle Klassen wurden neutralisiert. Und selbst Gholam meldete sich daraufhin mit organisatorischer Konsequenz zu Wort: „Wie viele Leute wollen denn essen? Für 2–3 Leute koche ich nicht und neutralisiere auch.“