Die BBSW und das Wetter – das bleibt auch dieses Jahr wieder eine ganz besondere Beziehung.
Mal flirtet die Thermik kurz mit der Mönchsheide, mal zieht sie weiter Richtung Süddeutschland, Polen oder offensichtlich irgendwo anders hin, wo gerade kein Wettbewerb stattfindet.
Doch anstatt Trübsal zu blasen, macht die BBSW eben das, was sie am besten kann: aus neutralisierten Tagen trotzdem Geschichten bauen.
Und davon gab es in den letzten beiden Tagen mehr als genug.
🏝️ Montag: Wenn schon kein Aufwind, dann wenigstens Aufguss
Der Montag stand ganz im Zeichen des gepflegten Entspannens.
Denn wenn der Himmel keine Thermik liefern möchte, muss man sich eben anderweitig auf Temperatur bringen.
Eine beliebte Alternative: die Therme Euskirchen.
Warmes Wasser, heiße Saunen, Dampfbäder mit Zucker- oder Salzpeelings, Cocktails direkt an der Poolbar und Entspannung unter Palmen – kurz gesagt:
der perfekte Ort für wettergefrustete Segelfliegerseelen.
Wer besonders gut zu sich selbst war, gönnte sich sogar noch eine Massage.
Und ganz ehrlich: für zukünftige BBSW-Ausgaben könnte das fast schon zur offiziellen Notfallstrategie bei Dauerneutralisation werden.
👉 Also vorsichtshalber: Badesachen künftig direkt mit einpacken.
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☁️ Dienstag: Das Wetter bleibt… experimentell
Am Dienstag ging es zurück in die allseits bekannte Briefinghalle.
Briefingbeginn: 11 Uhr.
Anwesend:
- die Wettbewerbsleitung
- hoffnungsvolle Wetterbeobachter
- ein mittlerweile legendärer Joghurtbecher
- und vorsichtiger Optimismus
Denn ja: der ehemalige Joghurtbecher war immer noch da.
Allerdings hatte sich das Objekt inzwischen atmosphärisch weiterentwickelt:
Vom simplen Joghurtbecher hin zum vollwertigen Latte-Macchiato-ToGo-Becher aus dem Kühlregal.
Die Evolution schreitet eben überall voran.
🎬 Bernd eröffnet das Wetter… akrobatisch
Bevor meteorologisch überhaupt irgendetwas erklärt werden konnte, sorgte Bernd zunächst körperlich für Unterhaltung. Beim Versuch, den Beamer mithilfe einer Leiste einzuschalten, lieferte er eine kleine akrobatische Einlage ab, die kurzzeitig mehr Spannung erzeugte als die eigentliche Wetterlage.
Dann folgte der Wetterbericht.
Und der war… nun ja… überschaubar motivierend.
Über Bad Breisig und weiten Teilen West- und Mitteldeutschlands lagen dichte Wolkenfelder, feuchte Luft und kaum nutzbare Einstrahlung. Immer wieder zogen Schauer über Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hinweg.
Die Folge:
- kaum Thermik
- niedrige Basen
- grauer Himmel
- und sehr viel WeGlide-Neid Richtung Süden
Denn während die Mönchsheide weiter auf Wolkenlücken wartete, wurde andernorts munter geflogen: Thomas Wagner meldete aus Ballenstedt im Harz bestes Segelflugwetter, im Süden und Südosten Deutschlands liefen Streckenflüge – und selbst die Segelflug-WM in Polen absolvierte bereits ihren ersten Wertungstag.
Kurz gesagt: die Atmosphäre hatte ihren Arbeitsplatz heute offenbar einfach woanders.
✈️ Andy sucht die Wetterlücke
Trotzdem wollte Andy die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben und versuchte, zumindest für die Offene Klasse eine nutzbare Wetterlücke zu finden.
Doch schnell wurde klar: heute würde das eher eine philosophische als meteorologische Übung.
Oder wie es aus der Runde hieß:
„Der Flugplatz Mönchsheide muss einfach verschoben werden!“
Ein nachvollziehbarer Gedanke. Leider logistisch schwierig.
🍷 Alternativprogramm in Bereitschaft
Falls erneut kein Grid zustande kommen sollte, stand die Ersatzstrategie längst bereit:
Weinprobe.
Ein Satz, der mittlerweile fast denselben Stellenwert besitzt wie:
„Startbereitschaft in 15 Minuten.“
⏰ Erst Briefing. Dann Briefing fürs nächste Briefing.
Zunächst wurde eine mögliche Startbereitschaft für 14 Uhr angesetzt. Dafür gab es um 13 Uhr ein weiteres Briefing.
Die Hoffnung hielt ungefähr so lange wie ein Sonnenfenster zwischen zwei Schauerlinien.
Denn: auch daraus wurde leider nichts. Das Wetter blieb schlicht zu schlecht.
🍇 Also: Weinwanderung statt Wendepunkte
Kurzerhand wurde deshalb Plan B aktiviert: eine Weinwanderung mit anschließendem Abendessen im Ahrtal.
In Fahrgemeinschaften ging es zunächst zum Weingut Burggarten in Heppingen.
Dort fiel sofort etwas äußerst Wichtiges auf:
Die Weinkartons waren so bedruckt, dass man die Schrift nicht nur „über Eck“ lesen konnte – sondern die Wörter bei richtigem Stapeln elegant ineinander übergingen.
Manche betrachten Wein.
Andere Kartondesign.
Auch das ist BBSW.
🛒 Expresso statt Expressflug
Damit die noch zu verköstigenden Weine ordentlich transportiert werden konnten, stellte man freundlicherweise eine Sackkarre der Marke Expresso bereit. Daraufhin kommentierte Mosi trocken:
„Ach Mensch, da hätten wir ja die Babett mitnehmen können.“
Hintergrund: Babett ist dieses Jahr leider etwas eingeschränkt zu Fuß unterwegs.
🤠 Cowboyhut trifft Weinlogistik
Anschließend ging es zu Fuß weiter in die Weinberge. Blieb nur noch die Frage:
Wer zieht eigentlich die Sackkarre? Nicole löste das Problem elegant:
„Mosi, du hast den Hut auf – also nimmst du den Wein.“
Und tatsächlich: Mosi war stilecht mit Cowboyhut unterwegs und wirkte damit wie die Mischung aus Winzer, Westernheld und wanderndem Sommelier.
🚶♂️ Diesmal wurde wirklich gewandert
Wer sich noch an die letztjährige Weinwanderung erinnert, weiß: damals bestand die „Wanderung“ eher aus einem Stand-Up-Tasting mit gelegentlichen Richtungswechseln.
Dieses Mal allerdings nicht.
Bernd erinnerte sich noch sehr gut an die damalige Beschreibung und wollte das offenbar nicht auf sich sitzen lassen.
Also wurde diesmal tatsächlich gelaufen.
Mehr Schritte.
Mehr Strecke.
Mehr Bewegung.
Gut… von einer echten Alpenüberquerung konnte man zwar immer noch nicht sprechen. Aber immerhin musste niemand zwischendurch nach einem Shuttle fragen.
🍇 Weinbau – irgendwo zwischen Natur und Chemiebaukasten
Nach einem Zwischenstopp mit Aussicht und weiteren Weinproben erreichte die Gruppe schließlich ihr Ziel: einen weiteren Vortrag über Weinanbau.
Und schnell wurde klar: Weinbau ist eine Wissenschaft für sich.
Zum Beispiel:
- Südhanglagen sorgen für mehr Sonneneinstrahlung und intensivere Reife
- Nordhänge liefern oft frischere, säurebetontere Weine
- Die Ausrichtung der Rebzeilen beeinflusst Luftzirkulation und Pilzanfälligkeit
- Und unterschiedliche Böden speichern Wärme und Wasser völlig verschieden
Oder wie Bernd es später formulierte:
„Weinbau ist eigentlich fast wie ein Chemiebaukasten.“
🦌 Vegan… bis das Schafsfett kommt
Beim Thema Schutz der Reben vor Rehen erklärte der Winzer:
„Also was sich bewährt hat, ist Schafsfett mit Wasser mischen.“
Kurze Denkpause.
Dann Bernd:
„Ja, dann ist er nicht mehr vegan.“
Der Winzer nach kurzer Verarbeitung:
„Ja… dann ist er nicht mehr vegan.“
Großes Gelächter.
🐶 Tierische Unterstützung im Weinberg
Begleitet wurde die Wanderung außerdem vom Familienhund der Fischers. Während des Vortrags tauchte plötzlich ein weiterer Hund auf und beidetobten begeistert zwischen den Weinbergen herum. Der Winzer kommentierte trocken:
„Ja also wenn die beiden mir die Erde umgraben, muss ich das nicht mehr machen.“
🧀 Vesper deluxe zwischen Reben und Riesling
Auf dem Rückweg wurde erneut Rast gemacht. Diesmal inklusive kulinarischer Versorgung – organisiert von Nicole und Elisabeth.
Im Angebot:
- luftgetrocknete Salami
- Käse-Weintrauben-Spieße
- Baguette
- Cracker mit verschiedenen Dips
- Weinblätter
- und natürlich Wein
Großes Dankeschön an dieser Stelle für die spontane Organisation!
🍷 Andy und die große Weinverständnisfrage
Während der Verkostung fiel Andy etwas auf:
„Ich hab immer nur dieses ‚Ohhh‘, ‚Ahhh‘ und ‚Mhhh‘ gehört… und mich gefragt: Wovon reden die hier eigentlich?“
Denn: Andy ist eher Team Bier.
🍷 Mosi gegen die Gesetze der Koordination
Auch Mosi kämpfte zwischenzeitlich mit den physikalischen Herausforderungen des Weinwanderns: ein volles Weinglas in der Hand. Und damit einen Cracker mit Dip beschmieren. Mit einem nicht mehr ganz so nüchternen Pegel.
Das hätte durchaus eskalieren können.
🪑 Elisabeth löst das Buffetproblem
Elisabeth wurde das ständige Stehen am improvisierten Buffet irgendwann zu anstrengend. Also setzte sie sich kurzerhand mit einem Campingstuhl direkt daneben. Nicoles Kommentar:
„Sie macht das richtig.“
Recht hat sie.
🧪 Bernd liefert weiter Bildung
Natürlich blieb Bernd auch während des Essens in Höchstform. Von:
„Da fühlt man sich gleich wie ein Dealer, wenn tiefgefrorene Bakterien für die Gärung von einem Kofferraum in den nächsten wandern“ bis
„Naja, am Ende haben wir den Wein verschenkt“
war alles dabei.
📸 Das perfekte Instagram-Foto scheitert knapp
Kurz vor der Rückkehr tüftelten Rosi und Mosi noch am perfekten Motiv: ein Weinglas exakt vor einer Weinrebe.
Problem:
- zu wenig Sonne
- zu wenig Farbspiel
- vermutlich auch zu wenig Wein im Glas
Die Enttäuschung war entsprechend groß.
🛒 Sackkarre statt Piper
Kurz vor dem Burggarten fragte Tom dann noch:
„Willst du nicht mal stilecht mit der Sackkarre reisen statt mit der Piper?“
Die Antwort fiel eindeutig aus: lieber weiter ohne Stil mit der Piper.
📸 Gruppenfoto mit Prioritäten
Beim Gruppenfoto zeigte sich schließlich: nicht alle passten ins Hochformat. Besonders präsent: Mosi. Sitzend auf einem Holzfass. Mit Cowboyhut. Sein Kommentar:
„Ja reicht doch auch.“
Irgendwie hatte er damit sogar recht.
🍺 Vom Weingut direkt ins Brauhaus
Nach einer weiteren kleinen Führung durch die Kelterei ging es schließlich im Kontrastprogramm weiter: vom Weingut direkt ins Neuenahrer Brauhaus.
Dort klang der Abend gemütlich aus – mit gutem Essen, vielen Geschichten und der leisen Hoffnung, dass die Atmosphäre irgendwann vielleicht doch noch merkt, dass eigentlich ein Segelflugwettbewerb stattfindet. ✈️
Weingut Burggarten
Neuenahrer Brauhaus
eure Vanessa
