🏝️🍷 Kein Aufwind? Dann Aufguss & Auslese!

Die BBSW und das Wetter – das bleibt auch dieses Jahr wieder eine ganz besondere Beziehung. Mal flirtet die Thermik kurz mit der Mönchsheide, mal zieht sie weiter Richtung Süddeutschland, Polen oder offensichtlich irgendwo anders hin, wo gerade kein Wettbewerb stattfindet. Doch anstatt Trübsal zu blasen, macht die BBSW eben das, was sie am besten kann: aus neutralisierten Tagen trotzdem Geschichten bauen. Und davon gab es in den letzten beiden Tagen mehr als genug. 🏝️ Montag: Wenn schon kein Aufwind, dann wenigstens Aufguss Der Montag stand ganz im Zeichen des gepflegten Entspannens. Denn wenn der Himmel keine Thermik liefern möchte, muss man sich eben anderweitig auf Temperatur bringen. Eine beliebte Alternative: die Therme Euskirchen. Warmes Wasser, heiße Saunen, Dampfbäder mit Zucker- oder Salzpeelings, Cocktails direkt an der Poolbar und Entspannung unter Palmen – kurz gesagt: der perfekte Ort für wettergefrustete Segelfliegerseelen. Wer besonders gut zu sich selbst war, gönnte sich sogar noch eine Massage. Und ganz ehrlich: für zukünftige BBSW-Ausgaben könnte das fast schon zur offiziellen Notfallstrategie bei Dauerneutralisation werden. 👉 Also vorsichtshalber: Badesachen künftig direkt mit einpacken. weitere Informationen zum Paradis ☁️ Dienstag: Das Wetter bleibt… experimentell Am Dienstag ging es zurück in die allseits bekannte Briefinghalle. Briefingbeginn: 11 Uhr. Anwesend: die Wettbewerbsleitung hoffnungsvolle Wetterbeobachter ein mittlerweile legendärer Joghurtbecher und vorsichtiger Optimismus Denn ja: der ehemalige Joghurtbecher war immer noch da. Allerdings hatte sich das Objekt inzwischen atmosphärisch weiterentwickelt: Vom simplen Joghurtbecher hin zum vollwertigen Latte-Macchiato-ToGo-Becher aus dem Kühlregal. Die Evolution schreitet eben überall voran. 🎬 Bernd eröffnet das Wetter… akrobatisch Bevor meteorologisch überhaupt irgendetwas erklärt werden konnte, sorgte Bernd zunächst körperlich für Unterhaltung. Beim Versuch, den Beamer mithilfe einer Leiste einzuschalten, lieferte er eine kleine akrobatische Einlage ab, die kurzzeitig mehr Spannung erzeugte als die eigentliche Wetterlage. Dann folgte der Wetterbericht. Und der war… nun ja… überschaubar motivierend. Über Bad Breisig und weiten Teilen West- und Mitteldeutschlands lagen dichte Wolkenfelder, feuchte Luft und kaum nutzbare Einstrahlung. Immer wieder zogen Schauer über Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hinweg. Die Folge: kaum Thermik niedrige Basen grauer Himmel und sehr viel WeGlide-Neid Richtung Süden Denn während die Mönchsheide weiter auf Wolkenlücken wartete, wurde andernorts munter geflogen: Thomas Wagner meldete aus Ballenstedt im Harz bestes Segelflugwetter, im Süden und Südosten Deutschlands liefen Streckenflüge – und selbst die Segelflug-WM in Polen absolvierte bereits ihren ersten Wertungstag. Kurz gesagt: die Atmosphäre hatte ihren Arbeitsplatz heute offenbar einfach woanders. für die WM-Interessierten ✈️ Andy sucht die Wetterlücke Trotzdem wollte Andy die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben und versuchte, zumindest für die Offene Klasse eine nutzbare Wetterlücke zu finden. Doch schnell wurde klar: heute würde das eher eine philosophische als meteorologische Übung. Oder wie es aus der Runde hieß: „Der Flugplatz Mönchsheide muss einfach verschoben werden!“ Ein nachvollziehbarer Gedanke. Leider logistisch schwierig. 🍷 Alternativprogramm in Bereitschaft Falls erneut kein Grid zustande kommen sollte, stand die Ersatzstrategie längst bereit: Weinprobe. Ein Satz, der mittlerweile fast denselben Stellenwert besitzt wie: „Startbereitschaft in 15 Minuten.“ ⏰ Erst Briefing. Dann Briefing fürs nächste Briefing. Zunächst wurde eine mögliche Startbereitschaft für 14 Uhr

☁️ Joghurtbecher, Wetterfrust und Würfelthermik – Neutralisation auf Mönchsheide-Art

Auch der heutige Wettbewerbstag begann – wie es sich für eine ordentliche BBSW gehört – in der allseits bekannten Briefinghalle. Dort, wo Wetterberichte mittlerweile emotionaler verfolgt werden als Fußballfinale und wo jeder einzelne Sonnenstrahl kritisch hinterfragt wird wie ein verdächtiger Bart im Endanflug. 🍺 Bier für die Sieger – und Respekt für Jahn Zunächst wurden die Erstplatzierten des Vortages traditionell mit einem Sixpack Bier beglückwünscht. Denn wahre Anerkennung misst man auf der Mönchsheide bekanntlich nicht in Pokalen, sondern in Gerstensaft. Besonders bemerkenswert dabei: 🥇 Jahn Loth holte sich mit seinem Ventus 2cxM 18m trotz Wiederstart und anfänglicher Motorprobleme den Tagessieg. Der Fehler? Eine gesprungene Sicherung. Oder anders formuliert: der einzige ernsthafte Gegner des Ventus war offenbar die Bordelektrik. 🪜 Die große Trittleiter-Joghurtbecher-Affäre Noch bevor Bernd überhaupt seine Wetterkarten ausrollen konnte, meldete sich Andi mit zwei wichtigen Anliegen: Es gibt noch BBSW-T-Shirts abzuholen. Er sucht die kleine Trittleiter, die er vor zwei Wochen gekauft hatte. Daraufhin kam aus der Runde sofort Marios trockener Kommentar: „Im Tausch gegen Joghurtbecher!“ Großes Gelächter. Moment… was für ein Joghurtbecher? Nun: bereits am Vortag hatte Bömmel verkündet, dass im Sani ein herrenloser Joghurtbecher zurückgelassen wurde. Mit der klaren Ergänzung: „Also meiner ist das nicht. Ich ess keine Joghurts.“ Heute stand der Becher übrigens immer noch dort. Mittlerweile genießt er vermutlich Bestandsschutz und wird intern schon als neues Navigationsmerkmal geführt. 🌦️ Bernd eröffnet das Wetter… poetisch Unser Wetterguru Bernd ließ sich davon natürlich inspirieren und eröffnete seinen Wetterbericht stilecht mit: „Bömmel hat Joghurtbecher, Andi hat T-Shirts – ich hab das Wetter.“ Leider hatte er damit gleichzeitig auch die schlechtesten Nachrichten des Tages. Denn über Bad Breisig lag heute eine zähe, vielschichtige Bewölkung mit feuchtkühler Luftmasse. Von Nordrhein-Westfalen bis weit Richtung Mitte Deutschlands dominierten dichte Wolkenfelder, kaum Sonneneinstrahlung und immer wieder feuchte Luft aus westlichen Richtungen. Die Folge: kaum Einstrahlung keine vernünftige Thermikentwicklung viel grauer Himmel und eine Atmosphäre, die ungefähr so motiviert wirkte wie ein Segelflieger bei Dauerregen am Wohnwagenfenster. Selbst die optimistischsten Piloten mussten irgendwann akzeptieren: Heute steigt maximal die Luftfeuchtigkeit. 🚫 Alle Klassen neutralisiert Das ohnehin bereits auf 11 Uhr verschobene Briefing war damit relativ schnell beendet: Neutralisierung des 4. Wettbewerbstages. Kurz. Schmerzlos. Meteorologisch unerquicklich. Wobei Bernd direkt versuchte, die Stimmung nicht komplett in den Sinkflug zu schicken: „Man muss situativ handeln.“ Ein Satz, der in der Segelfliegerei ungefähr alles bedeuten kann zwischen: „Mittwoch wird großartig“ und „Pack vorsichtshalber schon mal die Gummistiefel aus.“ Immerhin: ab Mittwoch soll das Wetter besser werden. Die Modelle zeigen Hoffnung auf die ersehnte Blauthermik – also jenes magische Wetterphänomen, bei dem der Himmel aussieht, als würde überhaupt nichts gehen… und dann plötzlich alles trägt wie von Zauberhand. Oder eben auch nicht. Auch das gehört zur Romantik des Segelflugs. ✈️ Ganz ohne Flugbetrieb ging’s dann aber doch nicht Auch wenn der Wettbewerbstag neutralisiert wurde, blieb die Mönchsheide nicht komplett still. Die D-EGRU erhob sich im Laufe des Tages einige Male in den Himmel und sorgte zumindest für ein kleines bisschen vertrautes Motorengeräusch über dem Platz. Denn seien wir ehrlich: ein Flugplatz ohne

🌦️ Zwischen Thermiktraum und Motorstart – die BBSW kämpft sich weiter durch den Himmel

Der zweite Wertungstag der neuen BBSW begann heute Morgen – wie sollte es anders sein – in der ehrwürdigen Briefinghalle der Mönchsheide. Dort, wo Wetterkarten ernster betrachtet werden als manche Steuererklärung und wo Hoffnung manchmal nur aus einem einzelnen Cumulus besteht. Andy brachte es beim Briefing poetisch-philosophisch auf den Punkt: „Das Segelfliegen steht und fällt mit dem Wetter.“ Und selten klang ein Satz gleichzeitig so wahr, so traurig und so romantisch. Denn eigentlich ist Segelfliegen nichts anderes als der tägliche Versuch, mit einer Mischung aus Optimismus, Meteorologie und leichtem Realitätsverlust den Himmel davon zu überzeugen, doch bitte kurz mitzuarbeiten. 🍺 Bierduschen für die Besten Die Erstplatzierten des Vortages wurden traditionell mit einem Sixpack Bier beglückwünscht – denn Pokale sind schön, aber Hopfen bleibt emotionaler. Und vermutlich auch hilfreicher für die abendliche Analyse der eigenen Kreisflugtechnik. 🌤️ Wetterlage: Viel Thermik, viel Wind und etwas… „erhöhte Luftfeuchte“ Meteorologisch betrachtet zeigte sich der Tag zunächst durchaus motiviert: Rückseitig des ostwärts ziehenden Tiefs stabilisierte ein leichter Zwischenhocheinfluss die kalte, thermisch ausgesprochen gute Luftmasse. Oder anders gesagt: die Atmosphäre hatte heute grundsätzlich Lust auf Segelflug – allerdings nur unter gewissen Bedingungen. Über den Tag verteilt: 2–5/8 Cumuli Thermik bis maximal 2200 m teilweise richtig starkes Steigen Wind aus WNW mit bis zu 20 kt Böen bis 25 kt QNH 1009, langsam steigend Bernd formulierte die Wetteraussichten beim Briefing wie gewohnt diplomatisch: „…mancherorts ist mit einer Erhöhung der Luftfeuchte zu rechnen.“ Segelfliegerdeutsch für: „Es könnte euch nass machen.“ 🕛 Startbereit… naja fast Die erste Startbereitschaft wurde zunächst auf 11:30 Uhr gelegt, dann aber auf 12 Uhr verschoben. Begründung: die Luft war thermisch einfach noch etwas zu feucht. Oder anders gesagt: der Himmel hing noch im Morgenmantel. ✈️ Vier Schleppmaschinen gegen die Atmosphäre Heute stand deutlich mehr Schlepppower zur Verfügung als noch am Vortag: D-EGRU – Job 15 D-MYBR – Breezer D-MXMI – WT9 D-MMYD – WT9 Das sorgte für einen deutlich flotteren Schleppbetrieb – allerdings auch für erhöhte Aufmerksamkeit bei den Helfern. Denn: Echo- und UL-Schlepps benötigen unterschiedliche Schleppseile mit verschiedenen Sollbruchstellen. Zum Glück hatte man das Problem höchst wissenschaftlich gelöst: weiß = Echo grün = UL Selbst unter Stress bleibt die Luftfahrt eben eine Welt voller Farbcodes. 🚜 Wo ist eigentlich das Maulchen? Aufmerksamen Stammgästen dürfte etwas aufgefallen sein: Die legendäre D-EBYP alias „Maulchen“ fehlt dieses Jahr. Ja… selbst vor der Luftfahrt mach die Inflation leider keinen Halt. Doch Maule-Pilot Fabi ließ es sich trotzdem nicht nehmen, aktiv mitzuwirken: heute zog er mit dem Lepo nicht nur Segelflugzeuge durch die Gegend, sondern rettete nebenbei auch noch ein im Matsch festgefahrenes Auto. Wobei… Beim ersten Versuch blieb der Lepo selbst stecken. Man könnte also sagen: die Rettungsaktion benötigte zunächst eine eigene Rettungsaktion. 🗺️ Die Aufgaben des Tages 🟥 Offene Klasse – AAT 3h 30min Mönchsheide – Kall Bahnhof – Montabaur – Sauerlandstern – Asslarer Hütte – Mönchsheide 📏 279,86 km – 555,57 km 🎯 Optimal: 414,65 km 🟨 Doppelsitzerklasse – AAT 3h 30min Mönchsheide – Kall Bahnhof – Montabaur – Kahler Asten – Asslarer Hütte –

🌤️ Cumuli, Kaltluft und Kampfgeist – Auftakt der neuen BBSW

Die Bad Breisiger Segelflugwoche startet in ihre nächste Runde – und mit ihr kehren Flugzeuge, Wohnwagen, Wetterdiskussionen und leicht optimistische Thermikprognosen zurück auf die Mönchsheide. Dieses Jahr sogar mit doppelter Schreibkraft: Babett versorgt euch wieder mit den aktuellen, sachlichen Wettbewerbsinfos – und ich, Vanessa (ja, diesmal mit roten Haaren), kümmere mich am Tagesende erneut um die etwas… emotionaleren Zusammenfassungen. Mit frischem Stil, leichtem Wettertrauma und viel Liebe zum fliegerischen Wahnsinn. ✈️ 🛩️ 19 Teams, 19 Flugzeuge und ein Himmel voller Möglichkeiten Insgesamt gehen dieses Jahr 22 Teams an den Start – wobei am heutigen ersten Wertungstag zunächst „nur“ 19 Flugzeuge im Grid standen. Die Verteilung: 7 Flugzeuge in der Offenen Klasse 6 Flugzeuge in der Club-/Standardklasse 6 Doppelsitzer darunter stolze 7 Eigenstarter, die heute immerhin den charmanten Vorteil hatten, notfalls selbst nach Hause zu kommen. Für den Schleppbetrieb standen bereit: die legendäre D-EGRU – besser bekannt als Jürgens aka „Käpt’n Remos“ Job 15 und die D-MYBR, eine Breezer CR mit ordentlich Motivation hinterm Propeller. 🌦️ Wetterlage: Vielversprechend. Zumindest kurzzeitig. Meteorologisch begann der Tag eigentlich ziemlich ordentlich. Innerhalb eines Troges stabilisierte sich die thermisch ausgesprochen gute Kaltluft zwischen einem Tief über der Nordsee und einem weiteren über Tschechien. Und tatsächlich ging zunächst auch einiges: 12:00 Uhr: 3–4/8 Cumuli bei 1200 m – Thermik gut 14:30 Uhr: 2–4/8 Cumuli bei 2000 m – Thermik sogar sehr gut Die Luft arbeitete sauber, die Schlepps liefen, und zeitweise sah das Ganze tatsächlich nach einem richtig starken Wettbewerbstag aus. Doch wie so oft auf der Mönchsheide kam irgendwann der Moment, an dem das Wetter offenbar beschloss, selbst mitfliegen zu wollen. Ab dem späten Nachmittag schoben sich aus Nordwesten zunehmend TCu-Felder herein: 17:30 Uhr: 3–5/8 TCu bei 1900 m. dazu Nordwestwind mit bis zu 25 kt Böen Temperaturen in der Höhe um den Gefrierpunkt QNH 1003, langsam steigend Die Thermik blieb zwar aktiv, wurde aber zunehmend ruppig, zerrissen und unangenehm selektiv. Oder anders formuliert: Manche fanden den Bart ihres Lebens – andere fanden hauptsächlich Gegenwind und Charakterbildung. 🎙️ Altbewährtes Wettbewerbsteam – oder: Die Männer hinter dem Wahnsinn Auch organisatorisch setzt die BBSW weiterhin auf absolute Routinekräfte: Hans-Georg alias „Bömmel“ wacht erneut als Startleiter über Grid, Startreihenfolge und allgemeines Bodenchaos Andy entwirft wieder Aufgaben, die auf dem Papier herrlich aussehen und in der Luft gelegentlich Charaktertests werden Andi kümmert sich wie gewohnt um die Auswertung – und entscheidet damit regelmäßig über Freude, Frust und Strafpunkte in Zentimeterhöhe und Bernd, der wetterkundige Mann zwischen Thermikhoffnung und TCu-Warnung, analysiert erneut alles, was irgendwie fliegt, zieht oder regnet Kurz gesagt: Die Besetzung bleibt dieselbe – und genau deshalb fühlt sich die BBSW direkt wieder wie Zuhause an. 🗺️ Die Aufgaben – ambitioniert wie immer Natürlich hatte man sich vorher nicht lumpen lassen. Für alle Klassen standen großzügige AAT-Aufgaben mit vier Wendepunkten bereit. 🟦 Club-/Standardklasse Mönchsheide – Bad Münstereifel – Waxweiler – Freilingen – Loreley – Mönchsheide ⏱️ 3h 30min 📏 166,5 km – 463,5 km (optimal 311,1 km) 🟥 Offene Klasse Mönchsheide – Burg Satzvey – Waxweiler – Mengerskirchen – Burg

🎉 Die 37. BBSW – Thermik? Nein danke. Dafür Stimmung satt!

Nach einem furiosen Auftakt und sportlichen Wertungstagen bis zum 4. Juni meinte es der Wettergott dann irgendwann: „Nö, reicht jetzt.“ Die Thermik haute ab, der Wind wurde unkooperativ, und was blieb uns anderes übrig, als den restlichen Wettbewerb bodenständig, aber bestens gelaunt zu feiern? Trotz meteorologischer Mauleistung – der Spirit auf der Mönchsheide war wie immer: legendär! 🏆 Die Sieger stehen fest – trotz meteorologischer Blockadehaltung: Club-/Standardklasse: 🥇 Stephan Biwald (AC Koblenz) – mit sagenhaften 1900 Punkten, dem Thermik-Sixpack und dem Hang zur Streckeneleganz 🥈 Gerhard Marx (LSC Erftland) – 1844 Punkte, souverän, charmant und wahrscheinlich mit eingebautem Bartometer 🥉 Tim Hannappel (Akaflieg Bielefeld) – 1734 Punkte, jung, wild, zielstrebig und endlich mit einem Pokal, der in keinen Unirucksack passt Mixed-Klasse: 🥇 Lars Henri Merbt (AC Nastätten) – 1333 Punkte, fliegt wie ein Gedicht in drei Strophen 🥈 Jahn Loth (aeroclub Bonn-Hangelar) – 1247 Punkte, der Flüsterer der Thermikfetzen 🥉 Martin Wagner (LV Mönchsheide) – 1231 Punkte, Lokalmatador, aber auch in den Wolken daheim 💐 Herzlichen Glückwunsch auch an ALLE anderen! Jeder von euch war ein Höhenflieger der Herzen: egal ob Treppchen, im Acker oder mit Motor heim – ihr wart fantastisch! Soaring Spot 📈 Statistiken, die man so nicht auf ’nem Bierdeckel findet: ✈️ 15.582,3 km geflogen (das ist fast einmal um die halbe Welt – oder zum Supermarkt und zurück. Oft.) 🧭 Club-/Standard: 6.049,7 km | Mixed: 9.532,6 km 📏 IS schaffte die längste Strecke mit 350,5 km – GPS hat’s grade so verkraftet 🌥️ PT erklomm majestätisch 2.172 m – vermutlich auf der Suche nach besserem WLAN 🏎️ BD flog im Schnitt 95,5 km/h – das nennt man Segel-Formel-1 Außerdem: 🛫 107 Flüge insgesamt, davon: 🥳 29 Zielankünfte 🌾 17-mal wurde Acker erkundet – freiwillig oder unfreiwillig 🛬 21 Landungen auf Fremdplätzen – Tourismus im Schleppmodus 🔌 29 Heimkehrer mit Motor – die leisen Sieger der Vernunft 🛑 11 Aufgaben abgebrochen – aus Gründen, die wir mitfühlen 🚫 9 Flugzeuge gar nicht gestartet – vermutlich auf der Suche nach Kaffee 🎤 Siegerehrung mit Stil – und sehr viel Herz Andreas Offer moderierte souverän den offiziellen Teil, Norbert Heidgen, Bürgermeister-Buddy der Stadt Bad Breisig, brachte städtisches Flair aufs Flugfeld, und die Wettbewerbsleitung bekam zu Recht einen Riesenapplaus. Auch alle Helferinnen und Helfer wurden mit Dank überschüttet – völlig zurecht. Ihr seid das Rückgrat dieser Woche! 💖 Ein Moment echter Fliegerfreundschaft: Ein Rückholfahrzeug erlitt einen Schaden – der in jedem anderen Kontext für Frust und lange Gesichter gesorgt hätte. Doch nicht auf der Mönchsheide. Innerhalb kürzester Zeit zeigte sich, was diesen Ort so besonders macht: echter Zusammenhalt. Ohne zu zögern sprangen Helfer ein, und großzügige Spenden aus der Fliegergemeinschaft machten die Reparatur möglich. Ein Defekt unter Blech – und ein Glanzmoment der Menschlichkeit darunter. Was hier fliegt, ist nicht nur aus Kunststoff. Es ist auch: Herz. Wärme. Mönchsheide. 🎭 Und dann kam der inoffizielle Teil… Pilotensprecher Mario betrat die Bühne. Mittlerweile legendär wie ein Mario Kart-Pilot auf Pernod, führte er durch das wahre Highlight des Abends: die nicht ganz ernst gemeinte, aber ganz sicher verdiente Satire-Siegerehrung. Was folgte, war

Punktejagt im Himmel – ein Blick hinter die Kulissen

Eine kleine Einführung in die Kunst der Auswertung – frei nach dem Motto: Wer zuletzt landet, muss nicht unbedingt Letzter sein. 🏕️ Mönchsheide, Frühsommer. Während in den Zelten die Schlafsäcke dampfen und der Wind leise durch die Wipfel rauscht, fragt sich ein Außenstehender am Rande des Segelflugwettbewerbs: „Worauf schauen die eigentlich? Wer am weitesten fliegt? Wer am schönsten kreist? Oder wer am längsten den Gurt vergessen hat?“ Die Antwort lautet: Jaein. Denn die Auswertung eines Segelflugwettbewerbs ist ein bisschen wie das Punkterechnen bei der Eiskunstlauf-WM – nur mit weniger Glitzer, mehr Gekreische (des Varios) und sehr viel Luft dazwischen. ✈️ Schritt 1: Der Flug – eine Mischung aus Taktik, Thermik und Thunfischbrötchen Jede Wettbewerbsklasse (Erklärung folgt) bekommt morgens eine festgelegte Aufgabe: „Fliege von der Mönchsheide nach Irgendwo, dann nach Woanders, umrunde Vielleichtdorf und komm zurück – möglichst schnell und ohne den Bauern zu ärgern.“ Dabei gibt es (zumindest bei der diesjährigen BBSW) zwei Arten von Aufgaben, die das Ganze spannend machen: Assigned Area Tasks (AAT) sind wie eine Schatzsuche mit mehreren möglichen Wegen: man bekommt bestimmte Gebiete zugewiesen, innerhalb derer man die Wendepunkte setzen darf. So kann man unterwegs selbst entscheiden, wo die Thermik am besten zieht – eine flexible, clevere Art, die Route zu gestalten. Racing Tasks dagegen sind die klare Route: Von Punkt A über Punkt B, dann C und zurück. Wie ein Wettrennen auf der Autobahn, nur dass man in der Luft ist und niemand hupen kann. Im Cockpit: Konzentration pur. Im Magen: Zweifel. Auf dem Rücken: Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor „Zeltplane“. Wettbewerbsklassen im Segelflug – wer fliegt womit? Im Segelflug gibt’s verschiedene Klassen – damit jeder die Chance hat, mitzumischen, egal ob mit Hightech-Bolide oder gutem alten Klassiker: Standardklasse: Hier geht’s meist mit Seglern ohne Klapptriebwerk und ohne große Extras wie Wölbklappen zur Sache. Die Flieger sind einfach, sportlich und super geeignet für spannende Rennen – quasi die „Volksklasse“ des Segelflugs. Klasse 18 Meter: Wie der Name sagt, fliegen die Piloten hier Segler mit bis zu 18 Metern Spannweite, oft mit Wölbklappen für mehr Kontrolle und Leistung. Das ist die Liga der eleganten Rennpferde unter den Segelflugzeugen. Doppelsitzerklasse: In dieser Klasse fliegen zwei Piloten zusammen – perfekt für Teamwork, Training und gemeinsamen Spaß. Außerdem super beliebt bei Familien und Freunden. Offene Klasse: Hier ist (fast) alles erlaubt. Die Flieger sind wahre Monster am Himmel, mit riesigen Spannweiten und Hightech, die jeden Piloten ins Staunen versetzt. Die Champions-League der Dieses Jahr wurden die 18-Meter-, Doppelsitzer- und Offene Klasse als Mixed-Klasse zusammengefasst. 📝 Schritt 2: Der Logger – der digitale Spion an Bord Jeder Segler hat ein kleines Gerät dabei, das im Prinzip sagt: „Ich weiß, wo du bist, wie hoch du bist, wie schnell du bist und ob du heimlich bei Oma zum Kaffee gelandet bist.“ Am Ende des Tages wird dieser Flug aufgezeichnet und ausgewertet – mit einer Software, die aussieht wie Excel auf Steroiden. 🧮 Schritt 3: Die große Rechenkunst – Punkte für alle! Und jetzt wird’s spannend. Die Jury (meist ein sympathischer Nerd mit Kaffeeentzug und Schlafmangel) analysiert