Der heutige Morgen begann ungewohnt ruhig. Kein vibrierendes Handy, keine WhatsApp-Nachricht von Andi mit „wir beobachten weiter“, keine vorsichtige Wetterwarnung zwischen den Zeilen. Und genau deshalb wusste eigentlich jeder sofort: Heute ist wirklich Briefing um 10 Uhr. Schon das fühlte sich nach mehreren neutralisierten Tagen fast wie ein kleiner Wettbewerbssieg an. ☀️ Endlich wieder fliegbares Wetter Als die Teilnehmer nach und nach in der Briefinghalle eintrafen, wartete dort endlich das, worauf man die letzten Tage sehnsüchtig gehofft hatte: wirklich fliegbares Wetter. Bernd eröffnete den Wetterbericht heute erfreulich optimistisch. Zunehmender Hochdruckeinfluss verdrängte die feuchte Luft der vergangenen Tage langsam Richtung Osten. Statt grauer Wolkensuppe dominierte nun zunehmend trockene, durch Sonneneinstrahlung erwärmte Luft den Wettbewerbsraum. Oder wie Bernd vermutlich selbst sagen würde: 🇫🇷 favorable. Und zwar nicht dieses halbherzige „vielleicht-favorable“ der letzten Tage mit kleinen Hoffnungsfenstern zwischen zwei Schauern, sondern richtig favorable. Durchziehende Ci-Felder in der Höhe sorgten zwar zeitweise für etwas Struktur am Himmel, darunter entwickelten sich aber scattered Cumuli mit Wolkenuntergrenzen bis etwa 1900 Meter und erfreulich brauchbarer Thermik. Der Wind kam aus West bis Nordwest, in der Höhe mit rund 10 Knoten, dazu Böen bis 20 Knoten. Das QNH lag bereits bei stolzen 1029 und stieg weiter langsam an. Spätestens da merkte man in der Briefinghalle: heute wird nicht neutralisiert. Heute wird geflogen. 🧪 Kein Glykol notwendig – große Erleichterung Besonders wichtig war allerdings ein anderer Punkt. Die Temperatur lag bei etwa 7°C. Das bedeutete laut Bernd: „Kein Glykol für die Wasserbefüllung notwendig.“ Und selten hat ein Satz über Frostschutzmittel so viel Erleichterung ausgelöst. Denn sobald bei Segelfliegern über Glykol gesprochen wird, fühlt sich das Wasserballast-Befüllen plötzlich weniger nach Luftsport und mehr nach Chemieunterricht mit leicht erhöhter Explosionsgefahr an. Heute dagegen durfte einfach normales Wasser in die Flächen. Ganz unspektakulär. Manche wirkten beinahe enttäuscht, keine geheimnisvollen pinken Flüssigkeiten verwenden zu dürfen. 📸 Gruppenfotos in Erinnerung an Gerd Um 11:15 Uhr wurden schließlich alle Teilnehmer zu gemeinsamen Gruppenfotos aufgerufen. Die jeweiligen Klassen versammelten sich dafür vor der ASK 21 „Gerd“, liebevoll benannt in Erinnerung an Gerd selbst. Die Aufnahmen mit Kamera und Drohne sollen später ihren Platz auf den Urkunden finden. Die Stimmung war locker, herzlich und vor allem voller Vorfreude. Nach den letzten Tagen hatte man endlich wieder das Gefühl, dass die Mönchsheide tatsächlich ein Segelflugwettbewerb und nicht bloß ein meteorologisches Selbsthilfeprojekt ist. ✈️ Die Mönchsheide lebt wieder auf Startbereitschaft war bereits um 11:30 Uhr und plötzlich lebte der ganze Platz wieder richtig auf. Überall wurde mit angepackt. Helfer liefen an den Tragflächen mit, ausgeklinkte Seile wurden von der Bahn geholt, Schleppseile angeklinkt, Fallschirme festgezogen und irgendwo diskutierte garantiert schon wieder jemand über den „einen Bart“, der heute ganz sicher funktionieren würde. Wie immer zeigte sich dabei, dass ein Wettbewerb nur funktioniert, weil unglaublich viele Menschen im Hintergrund mithelfen. Und genau das macht die Atmosphäre auf der Mönchsheide so besonders. 🛩️ Die Schlepphelden des Tages Für den Schleppbetrieb standen heute bereit: D-EGRU – Job 15 mit Käpt’n Remo alias Jürgen am Steuer D-MYBR – Breezer mit Norbert vorne drin
